Brandschutzklassen für Bodenbeläge nach DIN EN 13501-1
Das Thema Brandschutz ist aktuell wie nie und gerade auf Großveranstaltungen wie Messen ist der Sicherheitsaspekt ein essentielles Thema. Da wir immer wieder auf Brandschutzklassen angesprochen werden, speziell die unserer angebotenen Produkte, möchten wir an dieser Stelle für Klarheit sorgen.

Was sind Brandschutzklassen?
Brandschutzklassen ordnen Materialien in Gruppen ein und klassifizieren ihre Entflammbarkeit. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen vier verschiedenen Klassen:
1. Nicht brennbar – v.a. mineralische Stoffe wie z.B. Beton, Kies, Metall
2. Schwer entflammbar – Diese Materialien sind grundsätzlich brennbar, brennen aber nach Entfernen der Zündquelle nicht selbstständig weiter und sind selbstverlöschend
3. Normal entflammbar – diese Materialien lassen sich entzünden und brennen nach entfernen der Zündquelle mit normaler Geschwindigkeit weiter. Sie sind oft für Messen nicht zugelassen. Beispiele: Holz (dicker als 2mm), Kork
4. Leicht entflammbar – Leicht entzündlich und im öffentlichen Raum nicht zugelassen. Beispiele: Papier, Stroh, Holz (dünner als 2mm), Standardkunststoffe wie PE/ PP
Brandschutz nach DIN EN 13501-1
Lange Zeit galten für jedes Land national andere Brandschutzverordnungen. Im deutschsprachigen Raum war häufig die DIN 4102-1 vertreten, die den Brandschutz in die Klassen A1-2 und B1-3 einordnete, wobei B1 die Brandschutzklasse „schwer entflammbar“ abbildete. Daher galt das B1-Zertifikat lange Zeit als Standard im Brandschutz für Objekte mit Publikumsverkehr. Die DIN 4102-1 wird zwar vereinzelt immer noch herangezogen, ist mittlerweile aber veraltet und überholt. Im französischen Raum war es das M1-Zertifikat nach NF P 92-503, welches ein Material als „sehr schwer entflammbar“ definierte und als noch strenger gilt als B1.
Um die vielen, national unterschiedlichen Brandschutzverordnungen zu vereinheitlichen, wurde im Jahr 2001 eine europaweite Norm entwickelt: Die DIN EN 13501-1. Diese seitdem europaweit gültige Verordnung unterteilt die Brandschutzklassen zwar ebenfalls nach Buchstaben – bezieht darüber hinaus aber noch weitere Faktoren in die Kategorisierung mit ein: die Rauchentwicklung (gekennzeichnet durch „s“ (smoke)) und das Abtropfverhalten (gekennzeichnet durch „d“ (droplets)).
Durch diese weitere Kategorisierung ist die Klasse B nicht mehr automatisch „schwer entflammbar“. Bodenbeläge werden darüber hinaus noch einmal separat mit dem Zusatz „fl“ (flooring) gekennzeichnet.
Folgende Tabelle illustriert, wie die verschiedenen Anforderungen an das Brandverhalten von Bodenbelägen klassifiziert werden:

Welcher Boden eignet sich für welchen Einsatz?
Die Unterscheidung der verschiedenen Brandschutzklassen ist ein wichtiger Faktor für die Sicherheit von Gebäuden in Europa – im öffentlichen Raum dürfen ausschließlich Böden mit der Brandschutzklassifizierung Bfl und Cfl s1 (schwer entflammbar, keine oder kaum Rauchentwicklung) verbaut werden. Denn, sollte es doch einmal zu einem Brand auf einer Großveranstaltung wie beispielsweise einer Messe kommen, hätte es fatale Folgen, wenn verbaute Materialien schnell Feuer fangen oder stark Rauch entwickeln würden. Dies kann im Zweifel sogar Menschenleben fordern. Schwer entflammbare Materialien tragen zu einer schnellen Eindämmung des Feuers bei.
Alle Bodenbeläge von Weberfloors werden den Brandschutzklassen Bfl und Cfl mit dem Zusatz s1 zugeordnet und sind damit schwer entflammbar. Unsere Böden eignen sich also ideal für den Messe- und Veranstaltungsbereich.
Bei Fragen zu Brandklassen, Normen oder auch zur richtigen Produktauswahl stehen wir gerne zur Verfügung!